
Modul 3
Stressentstehung
und Stressregulation
Im dritten Modul gehen wir weiterhin auf den circadianen Rhythmus als Taktgeber für unseren Stoffwechsel ein und besprechen die Bildung von Neurotransmittern aus den Aminosäuren.

Transport und Kommunikation: Stress, Rhythmen und Regulation im Zellnetzwerk
Dieses Modul widmet sich den zentralen Steuer- und Kommunikationssystemen im menschlichen Organismus. Besonders im Fokus stehen die Stressachse, neuroendokrine Regulation, circadiane Rhythmen sowie Mineral- und Säure-Basen-Haushalt. Ziel ist es, funktionelle Störungen in der Informationsweitergabe und im inneren Milieu des Körpers zu erkennen und wirksam zu behandeln.
Stressentstehung, Stressregulation und Stressmedizin
• Orthomolekulare Medizin und Stressmedizin Teil 1-2
• Orthomolekulare Medizin und Nebenniere
• Säure Basen Haushalt
• Therapiekonzepte und Praxisfälle
Samstag, 24.1.2026
09:00 – 09:30 Uhr: Einführung Stressmedizin für Klinik und Praxis
Kurze Einführung in die Relevanz des Themas Stressmedizin für Praxis und Klinik.
Dr. Goran Stojmenovic, Dr. Jürgen Kasper
09:30 – 10:30 Uhr: Stressmedizin – Teil 1: Neurobiologie und Systemik
Grundlagen der Stressphysiologie: Neuroendokrine Regulation, HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse), Sympathikus, Parasympathikus und ihre Wechselwirkung mit dem Immunsystem, Mikrobiom und Stoffwechsel. Vorstellung typischer Dysregulationen bei chronischem Stress, Burnout, Schlafstörungen und Erschöpfung.
Dr. Goran Stojmenovic
10:30 – 11:00 Uhr: Pause
11:00 – 12:00 Uhr: Stressmedizin – Teil 2: Diagnostik und therapeutische Ansätze
Diagnostische Zugänge in der funktionellen Stressmedizin: Speichelkortisolprofile, DHEA, Neurotransmitter, HRV, funktionelle Laborparameter. Therapiekonzepten mit Adaptogenen, Mikronährstofftherapien, Lifestyle-Maßnahmen, Mind-Body-Strategien und integrative Ansätzen.
Dr. Goran Stojmenovic
12:00 – 13:00 Uhr: Die Nebenniere als Steuerorgan der Stressachse
Anatomie und Physiologie der Nebenniere in ihrer zentralen Rolle bei der Stressantwort. Erschöpfungsmodelle (z.B. Cortisol-Dysregulation), klinische Zeichen und Symptome, Relevanz für hormonelle Achsen und mitochondrialen Stoffwechsel. Labordiagnostik und therapeutische Zielstrategien.
Dr. Jürgen Kasper
13:00 – 14:30 Uhr: Mittagspause
14:30 – 15:30 Uhr: Circadianer Rhythmus
Der circadiane Rhythmus steuert viele physiologische Prozesse wie Hormonproduktion (Cortisol, Melatonin), Schlaf-Wach-Zyklus, Immunfunktion, Stoffwechsel und Entzündungen. Das suprachiasmatische Kerngebiet (SCN) im Hypothalamus agiert als „innere Uhr“ und wird durch Lichtreize synchronisiert. Exogene Faktoren wie Tageslicht, Beleuchtung, Bildschirmnutzung und Jetlag beeinflussen diesen Rhythmus. Chronotypen (Früh- oder Spättyp) zeigen unterschiedliche Schlaf-, Therapie- und Nahrungsaufnahme-Rhythmen. Störungen wie „Social Jetlag“ und deren gesundheitliche Folgen werden ebenso behandelt. Praktische Maßnahmen wie Lichtmanagement, Schlafhygiene und intermittierendes Fasten helfen, den Rhythmus zu stabilisieren und therapeutisch zu nutzen.
Dr. Jürgen Kasper
15:30 – 16:00 Uhr: Pause
16:00 – 19:00 Uhr: Fallorientierte Therapieansätze in der Stressmedizin
Praxisnahes Modul mit der Besprechung konkreter Fallbeispiele aus der funktionellen Stressmedizin. Analyse komplexer Symptomatiken, Interpretation funktioneller Diagnostik und Erstellung individueller Therapiepläne. Diskussion zu patientenzentrierten Behandlungsansätzen, Kombination aus orthomolekularer, hormoneller, psychoneuroimmunologischer und vegetativer Therapie.
Dr. Goran Stojmenovic, Dr. Jürgen Kasper
Sonntag, 25.1.2026
09:30 – 10:30 Uhr: Säure-Basen-Haushalt – Grundlagen, Diagnostik und funktionelle Therapie
Der Säure-Basen-Haushalt ist entscheidend für die Stabilität des inneren Milieus und enzymatische Prozesse. Der pH-Wert im Blut, Gewebe und Urin wird durch Puffersysteme wie Bicarbonat, Phosphat und Proteine reguliert. Diagnostische Methoden wie Urintests, Blutgasanalyse und Bicarbonatmessungen ermöglichen eine funktionelle Einschätzung der Balance. Therapeutische Maßnahmen umfassen basische Mineralstoffe, eine basenreiche Ernährung, rhythmische Atmung und Bewegung. Chronische Übersäuerung kann Krankheiten wie Müdigkeit, Fibromyalgie und Osteoporose fördern, während basenorientierte Therapien regulierend wirken. Ziel ist, das pH-Gleichgewicht therapeutisch in der funktionellen Medizin zu nutzen.
Dr. Jürgen Kasper
10:30 – 11:00 Uhr: Pause
11:00 – 12:00 Uhr: Mineralstoffe Teil 1
Makro- und Spurenelemente wie Magnesium, Kalzium, Kalium, Zink und Selen sind essenziell für zahlreiche biologische Funktionen. Sie wirken als Cofaktoren für Enzyme, regulieren Zellmembranpotentiale, modulieren hormonelle Prozesse und beeinflussen Muskeln, Nerven und den Stoffwechsel. Ein ausgewogenes Verhältnis dieser Elemente ist wichtig für Homöostase, Entgiftung und Zellkommunikation. Labordiagnostik, einschließlich Vollblutanalyse und intrazellulären Tests, hilft, funktionelle Mängel frühzeitig zu erkennen. Ziel ist, Mineralstoffe als zentrale Säulen der funktionellen Medizin zu verstehen und gezielte therapeutische Maßnahmen abzuleiten.
Dr. Goran Stojmenovic
12:00 – 13:00 Uhr: Mineralstoffe Teil 2
Typische Symptome wie Muskelkrämpfe, Reizbarkeit, Infektanfälligkeit und Konzentrationsprobleme können auf funktionelle Mineralstoffmängel hinweisen. Diese unspezifischen Symptome lassen sich durch gezielte Diagnostik und Therapie behandeln. Anhand von Fallbeispielen wird gezeigt, wie funktionelle Laboranalysen subklinische Mängel aufdecken. Therapeutische Maßnahmen umfassen Dosierungsempfehlungen, geeignete Verbindungen (z. B. organische Citrate und Chelate) sowie Kombinations- und Antagonismusprinzipien (z. B. Zink-Kupfer, Calcium-Magnesium). Ein Fokus liegt auf der Qualität und Bioverfügbarkeit von Präparaten, die je nach Bedarf oral, transdermal oder intravenös eingesetzt werden. Ziel ist eine differenzierte, sichere Mineralstofftherapie in der funktionellen Praxis.
Dr. Goran Stojmenovic
13:00 – 14:30 Uhr: Mittagspause
14:30 – 16:00 Uhr: Therapiekonzepte & Praxisfälle
In diesem Praxismodul werden ausgewählte Fallbeispiele vertieft, um die Themen Stressregulation, circadianer Rhythmus, Säure-Basen-Haushalt und Mineralstofftherapie miteinander zu verknüpfen. Die Fälle zeigen komplexe Symptomkonstellationen und erfordern eine systemische Betrachtungsweise. Im Fokus steht die individuelle Therapieplanung, die Mikronährstoffe, Adaptogene, rhythmusorientierte Maßnahmen sowie Entgiftungs- und Regulationsstrategien kombiniert. Teilnehmer diskutieren verschiedene Ansätze und stärken ihre klinische Entscheidungskompetenz. Ziel ist es, das Gelernte praxisnah umzusetzen und therapeutische Sicherheit zu fördern. Der Abschluss schafft die Verbindung von Theorie und Patientenrealität.
Dr. Goran Stojmenovic, Dr. Jürgen Kasper