
WISSEN VERTIEFEN
Intensiver Seminar Darm (2 Tage)
Der Darm in der Funktionelle Ganzheitsmedizin. Barriere verstehen · Systeme regulieren · Therapie wirksam gestalten
2 Tage | Intensiv | Praxisnah | Vertiefungsniveau
Der Darm ist weit mehr als ein Verdauungsorgan. Er ist zentrale Schaltstelle für Immunität, Entzündung, Stoffwechsel, Neuroregulation und systemische Gesundheit. Dieses Intensivseminar vermittelt ein tiefes, klinisch anwendbares Verständnis der Darmfunktion im Sinne der funktionellen Ganzheitsmedizin. Im Mittelpunkt stehen nicht theoretische Grundlagen, sondern die sichere Einordnung komplexer Befunde, die gezielte Auswahl sinnvoller Diagnostik und die strukturierte, wirksame Darmtherapie.
Zielsetzung des Seminars
Ziel dieses Seminars ist es, den Darm als funktionelles Regulationsorgan sicher beurteilen und gezielt therapeutisch nutzen zu können, sowie Darmbefunde lesen, priorisieren und therapeutisch nutzen zu können, ohne Überdiagnostik und ohne therapeutische Überforderung der Patienten.
Die Teilnehmenden lernen:
• relevante von irrelevanter Diagnostik zu unterscheiden
• Darmbefunde systemisch zu interpretieren
• Darmtherapien logisch, sequenziell und patientenzentriert aufzubauen
• typische Fehler und Übertherapie zu vermeiden
• komplexe Fälle sicher zu strukturieren
Für wen ist dieses Seminar geeignet?
Ärzt:innen und Therapeut:innen mit Vorerfahrung in funktioneller Medizin
• Absolvent:innen von AFGM- oder vergleichbaren Curricula
• Kolleg:innen, die tiefer verstehen, klarer entscheiden und Darmtherapien wirksamer umsetzen möchten
• Kein Grundlagenkurs – reines Intensiv- und Vertiefungsniveau.
Ihr Mehrwert
Nach dem Seminar können Sie:
• Darmfunktionen sicher und differenziert beurteilen
• Diagnostik gezielt auswählen und interpretieren
• strukturierte, wirksame Darmtherapien planen
• komplexe Patientenfälle klar priorisieren
• den Darm als zentrales Regulationsorgan therapeutisch nutzen
PROGRAMM TAG 1: 15. Oktober 2026 Der Darm als zentrales Regulationsorgan
09:00 – 09:30: Einführung & funktioneller Überblick
Dr. Goran Stojmenovic, Dr. Jürgen Kasper
- Zielsetzung des Seminars
- Der Darm im funktionellen Systemmodell
- Darm als Schnittstelle von Immunität, Stoffwechsel und Neuroregulation
- Klinische Relevanz im Praxisalltag
09:30 – 11:00: Funktionelle Anatomie & Barrierefunktion
Dr. Goran Stojmenovic
- Schleimhaut, Tight Junctions, Mukus, GALT
- Intestinale Permeabilität als funktionelles Konzept
- Abgrenzung: physiologische Anpassung vs. Pathologie
- Darmbarriere und systemische Entzündung
- Praxisfokus: Typische klinische Muster bei gestörter Barrierefunktion
11:00 – 11:30: Pause
11:30 – 13:00: Mikrobiom & intestinale Ökologie
Dr. Jürgen Kasper
- Funktion des Mikrobioms: Stoffwechsel, Immunmodulation, Neurotransmitter
- Dysbiose-Muster und ihre klinische Bedeutung
- Pilze, Opportunisten, Keimverschiebungen – richtig einordnen
- Grenzen der Mikrobiomdiagnostik
- Praxisfokus: Was ist therapieentscheidend – und was nicht?
13:00 – 14:00: Mittagspause
14:00 – 15:30: Funktionelle Darmdiagnostik
Dr. Jürgen Kasper
- Strukturierte funktionelle Darm-Anamnese
- Auswahl sinnvoller Laboruntersuchungen
- Interpretation von Befunden im Kontext
- Priorisierung: Welche Ergebnisse ändern die Therapie?
- Praxisfokus: Vom Befund zur klinischen Entscheidung – Fallbeispiele aus der Praxis
15:45 – 16:00: Pause
16:00 – 18:00: Darmtherapie I: Aufbau & Sequenzierung
Dr. Goran Stojmenovic
- Prinzipien der funktionellen Darmtherapie
- Reihenfolge statt „alles gleichzeitig“
- Ernährung als Intervention (nicht als Dogma)
- Schleimhautaufbau, Mikrobiom-Modulation, Entzündungsregulation
- Praxisfokus: Gemeinsame Entwicklung strukturierter Darmtherapiepläne anhand komplexer Fälle (Fatigue, Autoimmunität, Reizdarm, systemische Beschwerden)
PROGRAMM TAG 2: 16. Oktober 2026 Darm, Immunität & Systemeffekte
09:00 – 10:30: Darm & Immunsystem
Dr. Goran Stojmenovic
- Darm-assoziiertes Immunsystem (GALT)
- Abwehr vs. Toleranz
- Chronische Entzündung, Allergien, Autoimmunität
- Darm als Trigger systemischer Immunreaktionen
- Praxisfokus: Einordnung immunologischer Muster im Darmkontext
10:30 – 11:00: Pause
11:00 – 12:30: Darm-Hirn-Achse & Stress
Dr. Jürgen Kasper
- Darm-Hirn-Kommunikation
- Einfluss von Stress auf Barriere & Motilität
- Neurotransmitter, Vagusnerv, ANS
- Relevanz bei Reizdarm, Angst, Depression, Fatigue
- Praxisfokus: Warum Darmtherapie ohne Stressregulation oft scheitert
12:30 – 13:00: Mittagspause
13:00 – 14:30: SIBO – Dünndarmfehlbesiedelung: Diagnostik & Verständnis
Dr. Birgit Dinnewitzer
SIBO (Dünndarmfehlbesiedelung) ist meist Folge einer gestörten Darmmotilität und kein isoliertes mikrobielles Problem. Je nach Gasbildung (Wasserstoff, Methan, Schwefelwasserstoff) zeigen sich unterschiedliche Symptome wie Durchfall oder Verstopfung. Die Diagnostik erfolgt primär über Atemtests (H₂/CH₄), wobei klinische Erfahrung entscheidend bleibt – insbesondere bei schwer erfassbaren Formen wie H₂S-SIBO.
Im Fokus steht die Ursachenanalyse: Motilitätsstörungen, Stress, anatomische Veränderungen und eine gestörte Darmbarriere sind die zentralen Treiber.
- Praxisfokus: Warum SIBO häufig rezidiviert – und wie man diesen Kreislauf durchbricht
14:30 – 15:00: Pause
15:00 – 16:00: SIBO – Dünndarmfehlbesiedelung: Therapie & Praxis
Dr. Birgit Dinnewitzer
Die Therapie basiert auf drei Schritten:
- Reduktion der Fehlbesiedelung (antimikrobiell)
- Wiederherstellung der Motilität (Prokinetika)
- Stabilisierung durch Ernährung und Milieuregulation
SIBO rezidiviert häufig, wenn nur die Bakterien reduziert werden. Entscheidend ist die Behandlung der zugrunde liegenden Regulation.
Nachhaltiger Erfolg entsteht erst durch die Kombination aus antimikrobieller Therapie, Motilitätsförderung und Stressregulation.
16:00 – 16:30: Abschluss und klinische Integration
Dr. Jürgen Kasper, Dr. Goran Stojmenovic, Dr. Birgit Dinnewitzer
- Zusammenführung aller Inhalte
- Entscheidungslogik für den Praxisalltag
- Q&A, Erfahrungsaustausch
- Take-Home-Messages



